Das Familienzelt im Prenzlauer Berg

Das Familienzelt im Prenzlauer Berg

 
Am 4. November 2011 war die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen zu Gast im Familienzelt im Prenzlauer Berg. Das Familienzelt bietet psychosoziale Beratung für schwangere Frauen und Mütter/Eltern sowie ein umfangreiches Gruppen- und Kursangebot rund um die Geburt und in den ersten beiden Lebensjahren eines Kindes an.

 "Das ist ein wichtiges Angebot, das wir dringend in Berlin brauchen", so Tessa Mollenhauer-Koch, ASF-Kreisvorsitzende aus Friedrichshain-Kreuzberg.

Träger des Familienzelts ist der gemeinnützige Verein Selbstbestimmte Geburt und Familie, Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Das Familienzelt wird aus Mitteln des "Integrierten Gesundheitsvertrages" vom Land Berlin gefördert.

Die Zielgruppe des Familienzelts sind vor allen Dingen Frauen mit einer Risikoschwangerschaft, Frauen mit einer vorausgegangenen Fehlgeburt, Frühgeburt oder Totgeburt, werdende Eltern, bei deren ungeborenen Kind eine Fehlbildung festgestellt wurde, Eltern, die bereits ein erkranktes Kind haben und erneut schwanger sind oder Eltern mit Mehrlingsschwangerschaft.

Besonders ist das Familienzelt für Frauen und Paare nach der Geburt da. Etwa 30 Prozent aller Geburten werden als Kaiserschnitt durchgeführt. Circa 7 Prozent aller Geburtsverläufe weisen ernsthafte Komplikationen auf, die sich auf die Frauen traumatisierend auswirken können. 10 bis 15 Prozent aller Frauen entwickeln eine Wochenbettdepression. Schnell kann mit einem Schreibaby eine Überforderungssituation entstehen.

Um hier schnell und wirksam helfen zu können, hat das Familienzelt ein Team von drei teilzeitangestellten Frauen. Eine Diplom-Psychologin, eine Diplom-Pädagogin und eine Heilpraktikerin/Hebamme.

Etwa 500 Beratungen pro Jahr führt das Familienzelt durch. Besonders nachgefragt wird die psychologische und die psychosoziale Beratung. "Schwierig ist, dass es für diese Beratungen an der Schnittstelle Geburt und psychologische Beratung keinerlei Finanzierung durch die Krankenkasse gibt. Frauen werden in dieser schwierigen Lebenslage einfach allein gelassen", so die Psychologin des Teams.

Auch gäbe es einfach zu wenig Betten für die stationäre Behandlung von Wochenbettdepressionen, bei denen das Kind mitgenommen werden könne. "Es gibt lediglich vier Betten in Weißensee und zwei Betten in Tempelhof, das ist viel zu wenig. Erstrebenswert wäre die Einrichtung einer Tagesklinik für Wochenbettdepressionen", so die Anregung aus dem Familienzelt.

Das Budget ist seit Jahren eingefroren. Seit 1996 erhält das Familienzelt 96.000 Euro vom Land Berlin. Die restlichen Einnahmen erzielt das Familienzelt durch die Gebühreneinnahmen bei Kursen wie zum Beispiel das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP) und durch psychologische Beratungen.

"Dieses wichtige Angebot muss auf jeden Fall fortgeführt werden. Wir werden uns bei unserem Abgeordneten dafür einsetzen, dass die Finanzierung für das Familienzelt auf jeden Fall fortgeführt wird", so Tessa Mollenhauer-Koch.

Martina Hartleib
 

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