Gewalt kommt nicht in die Tüte

Gewalt kommt nicht in die Tüte

 

Traditionell werden am 25. November in ganz Deutschland die Fahnen von TERRE DES FEMMES gehisst. Es ist der Internationale Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.


Am gleichen Tag findet berlinweit in allen Bezirken die Aktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte" statt. Prominente PolitikerInnen verkaufen in Backshops Brötchen in Tüten mit der Nummer der BIG-Hotline: Tel. 030 - 611 03 00. Diese Nummer können Frauen wählen, die in Gewaltsituationen schnell und unbürokratisch Hilfe brauchen.

 

"Wir wollen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt setzen. Gewalt ist grundsätzlich zu verurteilen, ob gegen Frauen, Kinder oder gegen Männer", so die ASF-Kreisvorsitzende aus Friedrichshain-Kreuzberg Tessa Mollenhauer-Koch.


Die Dunkelziffer bei den Fällen häuslicher Gewalt ist anhaltend hoch. Viele Fälle werden nicht zur Anzeige gebracht. Registriert wurden im vergangenen Jahr 2010 in Berlin 15.972 Fälle häuslicher Gewalt, das sind etwa zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Darunter waren fünf vollendete Tötungsdelikte und 19 Versuche. Insgesamt gab es 12.820 Opfer von häuslicher Gewalt, die Anzeige erstattet haben. 76,6 Prozent dieser Opfer sind weiblich, 23,4 Prozent sind männlich. In Friedrichshain-Kreuzberg gab es im 2010 einen leichten Rückgang bei den Fällen häuslicher Gewalt. Ihre Anzahl ging auf 748 von 766 im Jahr 2009 zurück.


Die Berliner Frauenhäuser konnten im Jahr 2010 rund 2.500 Frauen und Kindern helfen. Mehr als 7.000 Anrufe gingen bei der BIG-Hotline ein. Proaktiv wurde in 623 Fällen in Anspruch genommen. Hier rufen die BIG-Hotline und die fünf Frauenberatungsstellen nach einer polizeilichen Wegweisung des Täters bei häuslicher Gewalt die betroffene Frau an, um ihr Hilfe anzubieten. Für Migrantinnen stehen auch Sprachermittlerinnen zur Verfügung. Die betroffenen Frauen werden bei der Planung der nächsten Schritte unterstützt z.B. bei Rechts- und Sozialberatungen und Schutzeinrichtungen wie Frauenhäusern und Frauenzufluchtswohnungen.

 

 

"Am Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen denken wir an die Opfer, die keine Stimme haben. Wir müssen das Thema Gewalt gegen Frauen in die Öffentlichkeit tragen und nicht verschweigen. Nur so können wir Gewalt wirksam bekämpfen", so Martina Hartleib vom ASF-Landesvorstand.

 

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