LGG-Umsetzung in Beteiligungsunternehmen

LGG-Umsetzung in Beteiligungsunternehmen

LGG-Umsetzung in Beteiligungsunternehmen

Ina Czyborra
 

von Dr. Ina Czyborra, MdA

Die Umsetzung des Landesgleichstellungsgesetzes (LGG) in den Beteiligungsunternehmen des Landes Berlin bietet immer wieder Diskussionsstoff. Insbesondere die darin geforderte Wahl einer Frauenvertreterin (§ 16) und das Erstellen eines Frauenförderplans (§ 4) stehen in einigen dieser Unternehmen noch aus. Das jedenfalls ging aus dem 11. Bericht zur LGG-Umsetzung hervor und war für mich Ende 2013 Anlass für eine Kleine Anfrage (PDF-Dokument). Danach hatten 17 von 29 Beteiligungsunternehmen weder das eine noch das andere vorzuweisen. Nunmehr habe ich konkret nach der LGG-Umsetzung in vier Unternehmen gefragt: Messe Berlin GmbH (PDF-Dokument), degewo AG, Liegenschaftsfonds Berlin und Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH. Die Antworten dazu sind recht unterschiedlich ausgefallen:

Messe Berlin: Die zuständige Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung habe gegenüber der Messegesellschaft „deutlich und regelmäßig die Erwartung zur entsprechenden Anwendung des LGG artikuliert“, heißt es. So seien bei der Besetzung der Positionen der Geschäftsführung  die LGG-Vorgaben berücksichtigt worden. Das Unternehmen habe Maßnahmen der Frauenförderung in ihr Konzept zum Diversity-Management integriert. Die Wahl einer Frauenvertreterin soll ebenso wie das Erstellen des Frauenförderplans im I. Quartal 2015 erfolgen.
Im Ergebnis wird bei der Messe Berlin Frauenförderung unter der Überschrift „Diversity“ bearbeitet, was bei Frauenvertreterinnen eher kritisch gesehen wird. Frauenförderung wird so nicht als eigenständige Führungsaufgabe wahrgenommen  – das aber ist genau der Ansatz des LGG.

degewo: Das Wohnungsunternehmen hat seit Mai 2012 eine Frauenvertretung. Der erste Frauenförderplan wurde 2012 erstellt und 2014 fortgeschrieben. Die nächste Anpassung soll 2016 erfolgen. Der Frauenanteil bei den Vorgesetzten- und Leitungspositionen beträgt 40 Prozent. Ein 2014 aufgelegtes dreisäuliges Laufbahnmodell soll den Beschäftigten Entwicklungsperspektiven eröffnen und gehört zur strategischen Nachfolgeplanung. „Die Auswahl unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Aufnahme in die Laufbahn erfolgte nach einem wissenschaftlich entwickelten Verfahren auf Basis eines unternehmemsspezifischen Kompetenzmodells, welches Diskriminierung ausschließt“, heißt es. Die degewo setzt also das LGG inzwischen mustergültig um.

Liegenschaftsfonds: Am 14.11.2014 wurde erstmals eine Frauenvertreterin bestellt. Nach dem Zusammenschluss mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) werde das dann neue Unternehmen einen Frauenförderplan erstellen. Im Unternehmen sind 60 % Frauen beschäftigt, in Führungsfunktionen acht Frauen und vier Männer. Vor dem Zusammenschluss mit der BIM ist wohl kein großes Engagement mehr zu erwarten.

berlinovo: Eine Frauenvertreterin wurde im August 2014 gewählt, der Abschluss eines Frauenförderplans befinde sich aktuell in der Abstimmung. Das Unternehmen habe stets hohe Frauenquoten bei der Gesamtbelegschaft und den leitenden Angestellten. Doch erst seit einer Satzungsänderung im Dezember 2013 kann das LGG angewendet werden. Ziel ist, den Frauenanteil an den Führungskräften kontinuierlich zu erhöhen, und zwar von 40 Prozent 2014 in Jahresschritten auf letztlich 51 Prozent 2018. Aktuell sind 15 von 37 Führungskräften und damit 41 Prozent Frauen, wird die mittlere Führungsebene einbezogen, beträgt der Frauenanteil 49 Prozent.

Alles in allem zeigt sich, dass das LGG auch in den Beteiligungsunternehmen Kreise zieht und sich als wesentlicher Baustein für eine gleichberechtigte Beschäftigtenstruktur erweist. Ich werde die Entwicklung weiter begleiten und freue mich dazu über Hinweise der SPD-Frauen.

 

Agenda

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30