Porn That Way

Besuch der Ausstellung "Porn That Way"

Besuch der Ausstellung "Porn That Way" im Schwulen Museum*

 

Am Samstag, 21. Februar 2015, lud die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen zum Besuch der Ausstellung „Porn That Way“ im Schwulen Museum*. Kurator Kevin Clarke gab einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der lesbischen, schwulen, queeren und Trans*-Pornographie. Dabei ging das Spektrum von der sehr freigiebig dargestellten Pornographie in der griechischen Antike über die (wiederum) heimlichen Anfänge schwuler Pornographie im 19. Jahrhundert bis zu den 1970er Jahren, in denen die sexuelle Revolution durch die selbstbewussten pornographischen Produktionen vorangetrieben wurde.

 
 

Auch die heutige Entwicklung der Pornographie und der breite Fächer von geschlechtsübergreifender Lust und Erotik in Zeiten der schnellen digitalen Verfügbarkeit wird thematisiert. Gleich zu Beginn trifft die Besucherin auf ein großes Porträt von Buck Angel, das sinnbildlich für die Breite der Ausstellung steht. Buck Angel, Trans*pornostar, präsentiert seinen gestählten Oberkörper mit dem gleichen Stolz wie seine Vagina. So wird der Blick auf Körper und Geschlecht gleich zu Beginn des Rundganges bewusst gebrochen und das Auge und der Geist für Fragen nach Körperlichkeit geöffnet.

 
 

Clarke legte bei der Führung einen Schwerpunkt auf lesbische Pornographie, die in der Ausstellung jedoch aufgrund ihres späteren Aufkommens deutlich weniger vertreten ist, als schwule Pornographie. Lesbische Pornos wurden vielfach von Männern zur rein männlichen Stimulation gefilmt. Clarke wies darauf hin, dass feministische Pornographie meist von lesbischer Pornographie getrennt betrachtet werden müsse, da auch in lesbischen Pornos häufig Stereotype reproduziert wrden, die Feministinnen aufbrechen wollen. Feministische Pornographie beschäftigte sich schon sehr früh mit Fragen nach Geschlecht, Begehren, Emanzipation und weiblicher Sexualität. Daher entstand aus ihr auch die Trans*-Pornographie, die die Zweigeschlechtlichkeit ganz bewusst ablehnt.

 
 

Ohne den erhobenen moralischen Zeigefinger können sich die Besucher*innen einen Eindruck über den aktuellen pornographischen Zeitgeist und Debattenhintergründe informieren. Die zweistündige Führung lohnt sich, um keine Facette der Ausstellung zu verpassen. Die Ausstellung kann noch bis zum 31. März 2015 besichtigt werden.

 

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