Resolution des SPD-Parteivorstands zum Internationalen Frauentag

Resolution des SPD-Parteivorstands zum Internationalen Frauentag

Der SPD-Parteivorstand hat in seiner Sitzung am 2. März 2015 eine Resolution zum Internationalen Frauentag am 8. März 2015 verabschiedet:

Frauen und ihre Lebenswege sind vielfältig. Und im Lebensverlauf gibt es durchaus unterschiedliche Anforderungen und Bedürfnisse. Wir wollen Frauen nicht bevormunden, sondern ihnen ermöglichen, frei und selbstbestimmt über ihr Leben zu entscheiden. Die Politik muss dafür passgenaue Rahmenbedingungen schaffen, zusammen mit Betrieben, Verwaltungen und anderen gesellschaftlichen Institutionen.

Die Bilanz unserer Politik für Frauen kann sich sehen lassen. Mit der gesetzlichen Frauenquote sorgen wir für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Die Quote wird ein gesellschaftliches Signal für mehr Gleichberechtigung in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich senden. Das Gesetz zur Lohngerechtigkeit kommt, der Mindestlohn und die bessere Tariftreue sind dafür erste wichtige Schritte. In diesem Jahr werden wir die Initiative ergreifen für die Entgeltgleichheit von Frauen und Männern in vergleichbaren Tätigkeiten. Wir wollen Transparenz und Gerechtigkeit.

Wir werden in diesem Jahr bei Teilzeit einen Anspruch auf Rückkehr zur früheren Arbeitszeit gesetzlich regeln. So verhindern wir auch, dass Frauen in eine Teilzeitfalle geraten oder über längere Zeit Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, die zu gravierenden Lücken in der Alterssicherung führen. Gerechtigkeit herzustellen und Teilhabe zu ermöglichen sind entscheidend für die gesellschaftliche Erneuerung in unserem Land. Für Frauen spielen Fragen der Lohn- und Einkommensgerechtigkeit, der Bildungs- und Chancengleichheit, der Geschlechtergerechtigkeit eine wichtige Rolle.

Mehr Zeit für Familie, mehr Zeit für Arbeit, mehr Zeit zum Leben - das ist in der Lebenswirklichkeit von Frauen der Dreh- und Angelpunkt. Die Ressourcen Zeit und Geld sowie die Infrastruktur sind dabei von entscheidender Bedeutung, um Frauen und Männern echte Wahlmöglichkeiten im Lebensverlauf zu ermöglichen. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist Kernpunkt einer modernen Familienpolitik und zugleich ein entscheidender Baustein der Gleichstellungspolitik. Zu einer modernen Gleichstellungspolitik gehören daher auch der Gedanke und die Stärkung der Partnerschaftlichkeit.

Eine neue Balance von Arbeit und Familie, von Karriere und Kinderwunsch, von Sorge für pflegebedürftige Angehörige zu finden, erfordert enorme Anstrengungen. Besonders sind Frauen und Männer in den mittleren Jahrgängen gefordert, sei es als Eltern, die für ihre Kinder, oder als Kinder, die für ihre pflegedürftigen Eltern sorgen. Die größten Anstrengungen müssen Alleinerziehende, die Beruf und Familie vereinbaren müssen, auf sich nehmen.

Mit der Idee der Familienarbeitszeit wollen wir erreichen, dass die Arbeitszeit für Familien anders verteilt wird. Wenn sich die Arbeitszeiten von Müttern und Vätern bei 30, 32 oder 35 Stunden annähern, dann hätten beide Partner Zeit für die Arbeit, aber auch für die Familie. Wir brauchen neue Arbeitszeitmodelle für Familien in der Rushhour des Lebens. Diese Diskussion müssen wir ohne Angst und ohne Scheuklappen führen.

 

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